Was ist Open Access? Wie publizieren ich Open Access?

Der weltweit freie Zugang zu wissenschaftlichen Informationen (Open Access) ist Grundvoraussetzung für eine langfristige, nachhaltige und von wirtschaftlichen Interessen unabhängige Sicherung und Tradierung menschlichen Wissens und kulturellen Erbes.

Seit langem fordern Wissenschaftsorganisationen, Wissenschaftler und Bibliotheken das Preisdiktat der Verlage zu durchbrechen und erschaffenes Wissen, das durch öffentliche Gelder finanziert wurde, der Öffentlichkeit auch unentgeltlich verfügbar zu machen. Dies wurde in der sog. Berliner Erklärung manifestiert.

Helfen Sie mit! Publizieren Sie Open Access!

Beim Open Access Publishing gibt es im Wesentlichen zwei verschiedene Wege, die Gold Road und die Green Road.

Gold Road (Erstveröffentlichung)

Bei diesem Weg erfolgt die Erstveröffentlichung in einer Open Access-Zeitschrift. Die Publikation in einer solchen Zeitschrift kann - muss aber nicht - kostenlos sein. Diese Publikationsart wird häufig mit dem Geschäftsmodell der Autorengebühren (auch Author-Pays-Modell genannt) assoziiert. Während also der Zugriff auf die Volltexte weltweit kostenfrei möglich ist, muss der Autor für die Publikation bezahlen.

In der Regel ist die parallele Selbstarchivierung auf einem Institutional Repository (Publikationsserver der Hochschule) gestattet und sollte auch durchgeführt werden. Das dient in erster Linie der langfristigen Sicherung für den Fall, dass ein Open Access-Verlag seine Tätigkeit einstellt und die rein online erschienenen Publikationen evtl. nicht mehr verfügbar sind.

Stark umstritten sind sog. "hybride Journals". Hier zahlen die Autoren/innen Publikationsgebühren für die Freischaltung ihrer eigentlich in Closed-Access-Zeitschriften erschienenen Artikel. Die Zeitschrift erzielt somit doppelte Einnahmen, sowohl aus den Abonnements als auch zusätzlich für diejenigen Artikel, die gegen eine Zahlung zur kostenlosen oder freien Nutzung freigeschaltet wurden. Dieses Modell wird hauptsächlich von kommerziellen Verlagen betrieben. Eine Erstattung der Publikationsgebühren ist hier oftmals nicht möglich.

Empfohlene Vorgehensweise

  1. Prüfen Sie, welche Open Access-Zeitschriften, die ein Peer Review vornehmen, für die Publikation infrage kommen und welche Kosten ggf. entstehen. Hierbei hilft das Directory of Open Access Journals (DOAJ). Prüfen Sie die Qualität der Zeitschrift über den Quality Open Access Market (QOAM).
  2. Reichen Sie Ihre Publikation bei der Zeitschrift ein. Publikationskosten können durch den Publikationsfonds der Hochschule Darmstadt erstattet werden.

Green Road (Zweitveröffentlichung)

Autoren nutzen die - oft von den Verlagen gestattete - Möglichkeit der kostenlosen Parallelveröffentlichung bzw. Selbstarchivierung in institutionellen oder disziplinären Repositorien. Die Bereitstellung der nötigen Infrastruktur (Personal, Rechner etc.) übernimmt die den Publikationsserver betreibende Institution.

In der Regel erfolgt die Erstveröffentlichung in einer konventionellen Zeitschrift, die auch das Begutachtungsverfahren durchführt.

Während der Zugriff auf die Erstveröffentlichung nur auf Basis von Pay-per-Article oder einer Subskription möglich ist, ist der Volltext der Parallelveröffentlichung frei zugänglich.

Empfohlene Vorgehensweise

  1. Stellen Sie fest, ob die Zeitschrift, bei der Sie Ihre Publikation einreichen wollen, eine Parallelveröffentlichung oder eine Selbstarchivierung auf einem Institutional Repository gestattet. Dies ist zunehmend bereits der Fall, meist jedoch mit besonderen Bedingungen verbunden (z.B. Sperrfrist, Copyright-Vermerk). Die folgenden Datenbanken geben Ihnen bei diesem Schritt Auskunft:

    • OA-Policies
      DFG-gefördertes Projekt mit einer deutschsprachigen Schnittstelle zur Datenbank des Sherpa-Projekts
    • SherpaRomeo-Datenbank
      Übersicht der OA-Policies der Verlage und der von ihnen herausgegebenen Zeitschriften
    • SherpaJuliet-Datenbank
      Übersicht der QA-Policies der Forschungsförderer (z.B. DFG)

  2. Reichen Sie Ihre Publikation bei der Zeitschrift ein.
  3. Wenn Ihr Beitrag von der Zeitschrift akzeptiert wurde, dann achten Sie beim Abschluss des Autorenvertrags darauf, dass Ihnen eine Selbstarchivierung auf einem Institutional Repository gestattet wird. Das ist natürlich nur bei Verlagen bzw. Zeitschriften erforderlich, die Ihnen dieses Recht nicht schon automatisch einräumen.
  4. Da die Hochschule Darmstadt zurzeit noch nicht über einen eigenen Publikationsserver verfügt, veröffentlichen Sie Ihre Publikation unter Berücksichtigung der Bedingungen des Verlags zusätzlich als Postprint auf einem disziplinären Repositorium. Zum Auffinden eines passenden Repositoriums können Sie das Directory of Open Access Repositories (openDOAR) nutzen.

Falls Ihnen die Publikation eines Postprints nicht gestattet sein sollte, dann haben Sie immer noch die Möglichkeit, stattdessen ein Preprint zu veröffentlichen und später ein Korrigendum zu ergänzen. Dadurch werden keinerlei Copyrights verletzt.